Dieseldebatte – Wolfgang Greilich zum Gespräch im BMW-Autohaus AWS Wahl in Gießen

News4. Oktober 2017

  • FDP-Politiker fordert Aufklärung der Dieselaffaire ohne Hysterie

  • Intelligente Mobilitätskonzepte und Nachrüstung alter Diesel anstatt Fahrverbote

Gießen – „Die aktuelle Dieseldebatte zeigt Symptome der Hysterie. Es war zwar notwendig, dass die Abgasmanipulationen aufgedeckt worden sind. Aber daraus hat sich eine Hexenjagd gegen die gesamte Autobranche entwickelt“, so der FDP-Landtagsabgeordnete Wolfgang Greilich bei einem Besuch des BMW-Autohauses ASW Wahl in Gießen. Er forderte, bei der Diskussion „auf dem Boden zu bleiben.“ Verhältnismäßigkeit und Technologieoffenheit seien Voraussetzung für eine erfolgreiche und nachhaltige Wirtschafts- und Umweltpolitik.

Nach dem Gespräch wies der FDP-Politiker daraufhin, dass sogar Untersuchungen der Stadt Frankfurt zeigen, dass die Blaue Plakette kein geeignetes Instrument ist, um die Grenzwerte einzuhalten. „Die Fachleute des Fraunhofer-Instituts für Verkehrssysteme haben festgestellt, dass die Erhöhung der Fließgeschwindigkeit im Verkehr das beste Mittel ist, um Stickoxide zu reduzieren, und dass der Autoverkehr insgesamt nur einen minimalen Beitrag zur Feinstaubbelastung beiträgt. Verkehrspolitik muss sich deshalb darauf konzentrieren, Staus, stop-and-go und rote Ampeln zu beseitigen. Wir brauchen intelligente Mobilitätskonzepte sowie Forschung und Entwicklung bei Nachrüstung alter Diesel und bei der Entwicklung noch saubererer Antriebe.

Die von der hessischen Umweltministerin Hinz geforderte und geplante Einführung der Blauen Plakette und damit ein Fahrverbot für alle Dieselautos, die nicht der Euro-6-Norm entsprechen, ist dagegen ein ungeeigneter und unverhältnismäßiger Weg. Davon wären 88 Prozent aller Dieselfahrer in Hessen betroffen. Die Blaue Plakette ist also nichts anderes, als ein Fahrverbot für die übergroße Mehrheit der Dieselfahrer. Der schon jetzt eingetretene Preisverfall ist eine massive Enteignung etlicher Auto-Eigentümer,“ so der Freidemokrat.

Greilich abschließend:

„Die Dieselhysterie muss ein Ende haben. Ohne Diesel werden wir die CO2-Ziele Deutschlands nicht erreichen können, und einen Feldzug gegen die Autoindustrie in Deutschland kann keiner wollen. Aufgabe der Politik ist es, Klimaschutzziele vorzugeben. Aber der Weg dahin, sowohl bei der Energieerzeugung als auch bei der Mobilität, der sollte der Kreativität der Ingenieure vorbehalten bleiben.“